Mein Leben als Serienmörder

Als der Schriftsteller Konrad Mola am Morgen nach einer durchfeierten Nacht in seiner Wohnung erwacht, kann er sich nicht einmal erinnern, wie er nach Hause gekommen ist. Totales Blackout. Konfrontiert mit der Tatsache, dass in der Nähe der Bar, in der er abgestürzt ist, eine Prostituierte ermordet worden ist und er prompt ausgeforscht wurde, gerät er in einen realen Albtraum und macht sich auf die Suche nach der verlorenen Nacht.

Was sich wie ein Kriminalroman anhört, ist bei Josef Kleindienst ein mit großem psychologischen Einfühlungsvermögen geschriebenes Porträt eines Mannes, der sich alles zuzutrauen beginnt, alles für möglich halten muss, da er selbst keine Erinnerung an die besagte Nacht hat. Der Umstand jedoch, dass er erst Tage zuvor für eine TV-Produktion einen Serienmörder gespielt hat, lässt sein damaliges Unbehagen an der Rolle Realität werden. Aus der hypothetischen Frage am Filmset, ob er selbst in der Lage wäre, jemanden umzubringen, werden echte Ermittlungen, durch ihn und gegen ihn: Bin ich ein Mörder?

»Am Ende ist ›Mein Leben als Serienmörder‹ eine als Kriminalroman verpackte Mediensatire, aber mit einem sehr genauen, bitterbösen Blick für die Ärmlichkeit und Trostlosigkeit unserer digitalen Rollenspielchen.« (Kolja Mensing, Deutschlandfunk Kultur, 11. März 2022)

»Wiener Melancholie prägt den Roman. Die lakonische und witzige, immer auch ironische Icherzählung entwickelt bald einen Sog, von dem man sich gerne mitziehen lässt. Derweil wandelt sich die leise Heiterkeit des Beginns zunehmend zu bedrohlicher Beklemmung. Das überzeugt. Wer eine typische Krimiauflösung will, ist jedoch bei Josef Kleindienst an der falschen Adresse.« (Hanspeter Eggenberger, Krimi der Woche im Tages-Anzeiger, 10. Februar 2022)

»Manchmal wähnt man sich zwischen Krimi und Chaostrip wie im falschen Film, doch von Josef Kleindienst lässt man sich in ›Mein Leben als Serienmörder‹ gerne in die Irre führen.« (Nils Heuner, Kulturnews, 20. Februar 2022)

Wahr ist auch, dass diese um ein Blackout gebaute Geschichte nicht nur sehr abwechslungsreich und realitätsnah erzählt wird, sondern der als Impetus der Handlung fungierende Kriminalfall das Spannungsbarometer ungemein in die Höhe treibt. Er ermöglicht eine facettenreiche Innenschau auf den Helden, die geprägt ist von seinen Verunsicherungen, Verwirrungen und Selbstzweifeln. Josef Kleindienst stellt sie mit großem Feingefühl und starker Empathie in kurzen, prägnanten, schnörkellosen Sätzen und lebendigen, treffsicheren Dialogen bunt und abwechslungsreich dar. (Andreas Tiefenbacher, Literaturhaus Wien.)